pmc - PROHASKA MANAGEMENT CONSULTING

Hohes Anspruchsniveau für Führungskräfte

Die leicht verständliche Bezeichnung "Führen mit Zielen" verleitet zu der Einschätzung, dass man bereits durch den Namen des Systems verstanden hat, wie es funktioniert.
"Prima", könnte sich manch einer sagen, "jetzt habe ich endlich ein Instrument, um meine Mitarbeitenden festzunageln auf das, was ich von ihnen will!"
Umgekehrt sind auch dies die Ängste und Vorbehalte, die von Arbeitnehmerseite dem System entgegengebracht werden. Zu Recht, wenn in unserem Unternehmen diese
Führungskultur herrschen sollte. Und auch die Führungskraft, die nach der Devise handelt, "200 Prozent Leistung vom Mitarbeitenden verlangen, um sicherzustellen, dass
ich 100 Prozent Leistung kriege", sollte sich bei der Frage, warum der Mitarbeitende trotzdem nur 50 Prozent erbracht hat, mit den Erkenntnissen der Motivationstheorie
auseinandersetzen.
Ein derartiges Grundverständnis über das Zielvereinbarungssystem führt zu seinem garantierten Scheitern. Und Mitarbeitende, die einmal das Vertrauen in dieses Instrument
verloren haben, werden es schwerlich wieder erlangen. Da wird dann abgetaucht in Manipulation und Trickserei, da wird bei der Zielfestlegung tief gestapelt und vorsorglich gejammert und gezetert, weil man ja sowieso schon weiß, dass der Boss einem noch etwas oben drauf packt.
Und der Vorgesetzte? Der sieht sich in seiner Einschätzung bestätigt, dass die Mitarbeitenden leistungsunwillig sind und man ihnen mit Misstrauen und Argwohn entgegentreten muss.
Schlechtes System? - Schlechte Führungskultur!
Deshalb: Das Zielvereinbarungssystem stellt hohe Ansprüche an die Führungs- und Dialogfähigkeit der Vorgesetzten. Wie mit diesem Instrument umzugehen ist, muss
folglich in Workshops besprochen und trainiert werden. Und da müssen alle durch, die als Führende oder Geführte mit dem System zu tun haben. - Alle!
Da ist zu besprechen, dass eine Ziel-"Vereinbarung" in einem partnerschaftlich konstruktiven Dialog zwischen Mitarbeitendem und Führungskraft geschieht und überhaupt nichts mit dem, Identifikation und Motivation zerstörenden, Diktat einer Ziel-"Vorgabe" zu tun hat, die womöglich noch, wie bei europäischen Töchtern manches amerikanischen Konzerns, per E-Mail aus den USA über den Atlantik gereist kommt.
Da ist zu besprechen, was mit Selbstverpflichtung, Engagement und Motivation des Mitarbeitenden passiert, wenn das System zu überzogener Leistungssteigerung missbraucht werden sollte.
Und da ist zu besprechen, dass Vorgesetzte in einem Unternehmen, in welchem eine Kultur des fairen Miteinanders herrscht und in welchem Vertrauen gegenüber dem System besteht, die Mitarbeitenden bei der Zielvereinbarung sogar etwas bremsen müssen, weil diese in einer Vertrauenskultur dazu neigen, sich selber eher zu viele und zu anspruchsvolle Ziele zu setzen.

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